www.AutoTeiledirekt.de/automarke.html
Allgemeines

Kennzeichen

Die Forschung

Besucher-Zähler

Letztes Update
Kennzeichen > BRD seit 1956


Der lange Weg zum bis heute gültigen Kennzeichen-System


Schon 1950 fanden Überlegungen statt, das damals aktuelle Besatzungsschilder-System, nach dem seit 1948 in den Besatzungszonen (bzw. 1949 in der französischen Zone) die Kfz-Kennzeichnung vonstatten ging, abzulösen und durch ein neues zu ersetzen.
Grund: Freie Nummern wurden immer knapper! Das - von den Zonen-Kennungen ("AB", "BN", ...) abgesehen - lediglich aus Ziffern-Kombinationen bestehende System war den steigenden Zahlen zugelassener Fahrzeuge nicht mehr gewachsen.

Schließlich setzten sich Fachleute aus den Verkehrsministerien von Bund und Ländern in der Absicht zusammen, schon zum 01. Januar 1951 ein neues Kennzeichen-System einführen zu können.
Dieses System sollte nicht mehr aus Zahlen-Gruppen-Kombinationen bestehen, sondern auch Buchstaben-Kürzel des jeweiligen Orts- bzw. Kreis-Namens enthalten.
Geplant war, dass sich an jenes Buchstaben-Kürzel eine Registriernummer anschließen sollte, deren erste Ziffer die Fahrzeugart angibt. Am linken Nummernschild-Rand war ein Streifen in den Farben Schwarz-Rot-Gold vorgesehen.

Ohne größere Hürden und Diskussionen passierte die erarbeitete Verordnung alle Instanzen - die Alliierten jedoch hatten den Deutschen die Regelung der Kraftfahrzeug-Kennzeichnung nach den damals geltenden Kontrollratsgesetzen noch nicht übertragen!

So musste das ganze Projekt vorerst auf Eis gelegt werden, während die Zahlen freier Kennzeichen-Nummern weiter sanken.
Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie Hessen, später auch Niedersachsen und Baden-Württemberg, behalfen sich inzwischen durch die Doppelvergabe von Nummern, wobei sie den Zonen-Buchstaben ("A" für "Amerikanisch" bzw. "B" für "Britisch") einfach wegließen (siehe auch Kapitel "1948- 1956").

Nummernschild aus der britischen Zone Rheinland (Landkreis Lübbecke) ohne den Zonenbuchstaben. (Privatsammlung)




1954: Deutschland darf entscheiden.


Ende September des Jahres 1954, nachdem die Regelung der Kraftfahrzeug-Kennzeichen den Deutschen übertragen worden war, nahmen sich die Fachleute der Verkehrsministerien erneut der Angelegenheit der deutschen Kfz-Kennzeichnung an.
Im Oktober 1955 fand eine weitere Konferenz statt, wobei drei Vorschläge für Kennzeichen-Systeme zur Debatte standen:

  1. Das Modell von 1951: Ein Buchstabenkürzel für die Zulassungsstelle sowie eine darauffolgende Erkennungsnummer,

    Z.B. [CUX-1526] oder [1526-CUX].


  2. Der Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums: Ein Buchstabenkürzel für die Zulassungsstelle sowie eine aus Buchstaben und Zahlen bestehende Erkennungsnummer,

    Z.B. [A 123-CUX] oder [CUX-A 123].


  3. Das System des Ausschusses für Wirtschaft und Verwaltung (AWV): Ähnlich den Vorstellungen des BVM, allerdings sollte statt eines Buchstabenkürzels für die Zulassungsstelle (z.B. CUX) eine Zuordnungsnummer genutzt werden, die auch als Postleitzahl oder Telefon-Vorwahl hätte genutzt werden können,

    Z.B. [208-A 123]


1955 / 1956: Die Würfel sind gefallen.


Durchsetzen konnte sich schließlich das zweite Modell, der Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums, für den sich die Mehrheit der Länder ausgesprochen hatte.

Bereits im Jahr 1951 waren für alle Städte und Landkreise spezielle Buchstabenkürzel, die sich von dem Namen der jeweiligen Kreisstadt ableiteten, festgelegt worden.
Gemäß dieser Liste, die 487 verschiedene Kürzel umfasste, begann am 01. Juli 1956 schließlich die Umkennzeichnung der Fahrzeuge, wobei kurz zuvor noch (auf Antrag oder aus anderen Gründen) einige Änderungen vorgenommen werden mussten: Beispielsweise wurde aus dem vorgesehenen "NUM" für Neumünster das Kürzel "NMS", anstatt "NW" für Neuwied am Rhein kam "NR" und aus "SD" für Stade wurde erst "ST", dann schließlich "STD".

Dieses Nummernschild ist eines der allerersten aus dem Landkreis Eutin in Schleswig-Holstein. Erkennbar ist dies an dem Buchstaben "A", also der ersten Buchstaben-Serie. Außerdem ist das Schild noch aus schwerem Eisen hergestellt und trägt eine alte Bakelit-Zulassungsplakette. (Privatsammlung)


An dem recht hochgesetzten Bindestrich kann man erkennen, dass dieses Nummernschild aus der Zeit von 1956 bis 1959 stammt.
In diesem Zeitraum nämlich gab es noch keine Hauptuntersuchungs-Plakette, die erst seit 1960 oberhalb des Bindestrichs auf dem Schild platziert wird. (Privatsammlung)




Die Eingliederung des Saarlandes und Gebietsreformen in der BRD


Zum 01. Januar 1957 wurde das Saarland in die BRD als eigenständiges Bundesland wieder eingegliedert, so dass acht neue Unterscheidungszeichen für die dortigen Landkreise und Städte eingeführt werden mussten.


Die ersten Verwaltungs- und Gebietsreformen fanden in Nordrhein-Westfalen in den späten sechziger Jahren statt: Die Stadtkreise Siegen und Herford sowie der Landkreis Bonn wurden aufgelöst.

Zum 01. Januar 1969 wurde der im Sauerland liegende Kreis Altena (Kürzel: "AL") mit der bis dato kreisfreien Stadt Lüdenscheid ("LÜD") zum "Kreis Lüdenscheid" zusammengelegt; das Unterscheidungszeichen "AL" wurde auslaufend.


Noch im selben Jahr (1969) fanden auch in Rheinland-Pfalz Gebietsreformen statt, im Zuge derer beispielsweise der Kreis St. Goar ("GOA") an den Rhein-Hunsrück-Kreis mit Sitz in Simmern ("SIM") ging.

1970 folgten Reformen in Schleswig-Holstein, sowie in den Folgejahren auch in den anderen alten Bundesländern, wobei jeweils viele Kreise aufgelöst und zu neuen Großkreisen zusammengefasst wurden. Zahlreiche liebgewonnene Kürzel, die sich bis dahin etabliert hatten, fielen weg, was zum Teil für lautstarke Proteste in der Bevölkerung sorgte.


Im Jahr 1974 wurde der Landkreis Waldmünchen im Zuge der bayerischen Kreisgebietsreform aufgelöst und ging an den heutigen Landkreis Cham. (Privatsammlung)



Mit einer Neuregelung im Jahr 1979 musste ein Kennzeichen-Kürzel nicht mehr zwingend aus dem Namen der Kreisstadt entnommen werden; auch Landkreis-Bezeichnungen konnten nun im Unterscheidungszeichen umgesetzt werden, so beispielsweise für die "Südliche Weinstraße" mit Sitz in Landau/Pfalz die Buchstabenkombination "SÜW" oder für den Märkischen Kreis in Lüdenscheid das Kürzel "MK".

Auch Kombinationen, die ursprünglich für den Fall der Wiedervereinigung für ostdeutsche Kreise reserviert waren, wurden im Zuge der Gebietsreformen nun an westdeutsche Kreise vergegeben: So ging "L" (eigentlich für Leipzig) an den Lahn-Dill-Kreis und "HS" (für Halle/Saale) an den Kreis Heinsberg.



Die vereinte BRD von der Wende bis heute


Die große Bewährungsprobe des Kfz-Kennzeichen-Systems der alten Bundesländer stellte die Wiedervereinigung und damit der Beitritt der DDR am 03. Oktober 1990 dar.
201 neue Unterscheidungszeichen mussten für die über 200 Kreise sowie kreisfreien Städte der ehemaligen DDR eingeführt werden, die jedoch bereits im Jahr 1951 festgelegt worden waren und damit praktisch nur aus der Schublade gezogen werden mussten.


Da einige kleinere Kreise der neuen Bundesländer jedoch wirtschaftlich zu schwach waren, wurden Gebietsreformen auch hier unbedingt notwendig. So legte man in den Jahren 1993 bis 1996 auch in "Ost-Deutschland" viele Kreise zu Großkreisen zusammen.



Mit der Kreisgebietsreform in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 1994 wurden diese beiden Kennzeichen auslaufend: "LBZ" und "STB" gehören fortan zum Landkreis Parchim. (Privatsammlung)



Auch die Gebietsreform in Sachsen-Anhalt forderte Opfer: Im Jahr 1994 wurden die Landkreise Merseburg und Querfurt zum neuen Landkreis Merseburg-Querfurt mit dem Kennzeichen "MQ" zusammengefasst. (Privatsammlung)



Die Einführung der "EURO-Kennzeichen"


Mit der Einführung einer so genannten "fälschungserschwerenden" Schrift für die Kennzeichen ("FE-Schrift" genannt) zusammen mit den neuen EURO-Nummernschild-Platinen, endet vorläufig die wesentliche Entwicklung der deutschen Kfz-Kennzeichen.
Seit dem 15. Januar 1995 bundesweit ausgegeben, wurden die EURO-Nummernschilder in Brandenburg und Berlin bereits zum 01. Januar 1994 sowie in Sachsen zum 01. Juli 1994 im Vorgriff auf die zu erwartenden Regelungen eingeführt.

Dies ist eines der ersten EURO-Nummernschilder, das im Jahr 1994 in Brandenburg geprägt wurde. (Privatsammlung)


Wie genau diese EURO-Kennzeichen aussehen und was sie für Unterschiede im Vergleich zu ihren Vorgängern, den "DIN-Kennzeichen", aufweisen, finden Sie unter den weiteren Themen im Abschnitt "Maße und Beschaffenheit der Kennzeichen".