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Nur ein Stück Blech!?


Viele Menschen fragen mich, wie ich denn dazu komme, mich derart intensiv mit dem Thema "Auto-Kennzeichen" zu befassen. Eine durchaus berechtigte Frage, die ich im Folgenden zu beantworten versuche.

Wie fast jedes Hobby, so begann auch meines: Ich bekam zwei Sätze DDR-Nummernschilder geschenkt - die Relikte eines PKW Trabant. Damals war ich gerade vier Jahre alt, aber sogleich von den "Blechen" in einer wundersamen Weise fasziniert.
Wahrscheinlich war es auch diese Faszination, die mich kurz darauf dazu bewog, schließlich jeden Morgen in aller Frühe aus dem Fenster zu schauen - auf den großen Parkplatz vor unserem Haus. Dort bewunderte ich die verschiedenen Nummernschilder an den unzähligen abgestellten Fahrzeugen und schrieb zudem die unterschiedlichen Kennzeichen in mein kleines Notizbuch. Warum ich das tat, weiß ich heute nicht mehr. Was ich aber noch weiß: Durch diese "Übung" lernte ich das Lesen und Schreiben, noch bevor ich eingeschult wurde.

Aus dem Aufschreiben von Kennzeichen wurde ein umfassenderes Interesse, im Laufe der Jahre bekam ich immer wieder alte Nummernschilder von Verwandten und Bekannten geschenkt - immerhin eine gelungene Dekoration der Zimmerwände!

Schließlich lernte ich weitere Interessenten und Sammler von Kennzeichen kennen, die bereits damals auf große Sammlungen von Nummernschildern aus aller Welt verweisen konnten. Meine Begeisterung war nicht mehr in Grenzen zu halten, ich knüpfte Kontakte in alle Richtungen, bekam Nummernschilder geschenkt, nahm an Tauschtreffen teil und lies meine Sammlung Baustein für Baustein zu dem werden, was sie heute ist: Eine der umfassendsten Belegsammlungen von Kennzeichenschildern aus aller Welt.



Vom Hobby zum Gegenstand der Wissenschaft


Doch nicht das reine "Zusammentragen" von Nummernschildern war und ist mein alleiniges Ziel, es geht um viel mehr. Mit jedem Schild, das ich bekomme, finde ich auch heraus, wann es zugeteilt wurde, an welchem Fahrzeug es sich einmal befand, aus welchem Stadt- oder Landkreis es stammt.

Mein Ziel ist die weitgehend lückenlose Erforschung der deutschen Fahrzeug-Zulassungsgeschichte. Diese umfasst verschiedene Fragen, die beantwortet sein wollen: Welche Arten von Kennzeichen gibt es, und seit wann? Welche Methoden der Herstellung deutscher Nummernschilder werden seit Beginn angewandt? Welche Formen der amtlichen Siegelung waren in Deutschland einmal gebräuchlich? Wann wurden welche Kennzeichen für die Zulassung von Fahrzeugen in den verschiedenen Kreisen zugeteilt?

Es ist ein sehr komplexes Feld, und komplett werde ich mit der Dokumentations- und Forschungsarbeit, so viel ist gewiss, nie sein. Aber das ist auch nicht mein Ziel.
Jede Erkenntnis, an die ich über die Aussagen von "Zeitzeugen" oder netten Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern der Zulassungsbehörden oder anderer Einrichtungen gelange, ist ein weiterer Baustein im Forschungsprojekt "Deutsche Kfz-Zulassungshistorik".



Einen Grundstein der Forschungsarbeit bilden alte Schriftstücke wie Zulassungslisten oder Erlässe der Ministerien, aber auch historische Zeitungsartikel, Prospekte, Fahrzeugdokumente und Fotos, die Fahrzeuge mit Kennzeichen zeigen.


Alte Führerscheine, Zulassungsscheine und Fahrzeugdokumente - Zeugen eines ganzen Jahrhunderts deutscher Fahrzeug- und Personenzulassung!




Deutsche Kennzeichen-Geschichte zum Anfassen


Doch was nützt all die Forschung, wenn sie nach trockener Schreibtisch- und Archivarbeit klingt? Aus dem Gedanken, Teile der bisher zusammengetragenen Kennzeichenschilder und Informationen in einem Museum auszustellen, wurde sehr schnell Realität. Im Frühjahr 2005, nach kurzer Kontaktaufnahme mit dem Technischen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern, erhielt ich sofort grünes Licht und helle Begeisterung für meine Idee, eine Ausstellung zum Thema "Das deutsche Autokennzeichen" aufzubauen.

Die Vorbereitungszeit hielt sich in Grenzen, bereits im Oktober desselben Jahres wurde im Rahmen einer feierlichen Eröffnungsstunde das präsentiert, was zwar außergewöhnlich klingt, aber allerseits für großes Interesse sorgte: Die Sonder-Ausstellung "Nur ein Stück Blech? oder: Wie die Fahrzeuge zu ihren Nummernschildern kamen."

Aus insgesamt weit über 100 verschiedenen Exponaten und rund zehn Metern Wandlänge bestand die erste Ausstellung zur deutschen Kennzeichen-Geschichte im Technischen Landesmuseum in Schwerin im Jahr 2005.


In den Folgemonaten galt es, viele Pressetermine abzuarbeiten. Anfragen kamen von vielen Seiten: Printmedien, Radio, sogar dem Fernsehen!

Einen Moment, den ich nicht vergessen werde, erlebte ich, als ich die sich über mehrere lange Wände erstreckende Kennzeichen-Ausstellung einige Wochen nach der Eröffnung um ein Schild ergänzen wollte: Eine Reisegruppe tschechischer Jugendlicher war gerade besuchsweise im Museum unterwegs. Als einige von ihnen die Schilder-Ausstellung erblickten, begaben sie sich sofort dorthin und posierten vor den zugegebenermaßen dekorativ und bunt wirkenden Wänden. Jeder wollte auf einem Foto sein, zusammen mit deutschen Kfz-Kennzeichen eines ganzen Jahrhunderts! Auch das ist Museumsarbeit!

Inzwischen ist das Projekt "Kennzeichen-Ausstellung" aus den Kinderschuhen entwichen. Aus der anfänglichen Sonder-Ausstellung von begrenzter Dauer ist ein Konzept entstanden, das eine wesentlich umfassendere und noch interessantere Ausstellung vorsieht - und diesmal auf Dauer sowie mit eigenen Räumlichkeiten! Zu sehen ab 2012 in der Hansestadt Wismar.



Wie auch Sie helfen können!


Auch wenn bis zur Eröffnung der Ausstellung noch einige Zeit ins Land gehen wird, bin ich bereits mit der Planung befasst. Es geht um die Recherche, um die Gestaltung des Raumes, um die Auswahl passender Exponate, und natürlich um das weitere Zusammentragen von Objekten!
Nach wie vor bin ich auf der Suche nach allem, was mit der Geschichte der Fahrzeug- und Personenzulassung zum Straßenverkehr im Zusammenhang steht: Kennzeichenschilder, Fahrzeug-Dokumente, Zulassungsbescheinigungen, Führerscheine, Fotos von Fahrzeugen, Prospekte, Zeitungsartikel, alte Schilder-Herstellungsinstrumente - all dies ist für meine historische Sammlung interessant.
Und es müssen nicht nur "historische" Kennzeichen sein! Vor der Frage stehend, wie sich "historisch" definieren lassen soll, gebe ich zu bedenken: Jedes Kennzeichen, das durch Außerbetriebsetzung des zugehörigen Fahrzeuges ausgesondert wird, ist auf seine Art und Weise "Geschichte". Sie haben Nummernschilder mit einer interessanten Geschichte? Nummernschilder mit zugehörigen Fahrzeug-Fotos? Nummernschilder aus Alt-Landkreisen, die es nicht mehr gibt? Nummernschilder mit interessanter Zeichenkombination? Ich bin an allem interessiert!

Alte Fotos, die Fahrzeuge mit Kennzeichen zeigen, sind genauso interessant wie alte Kfz-Dokumente, Siegel, Stempel - und Kennzeichenschilder selbst!


Vielleicht überlegen nun auch Sie einmal, ob Sie noch etwas haben könnten, das mit dieser Thematik im Zusammenhang steht - und von dem Sie sich für den guten Zweck der Wissenschaft trennen könnten.
Unter der Maßgabe der Verwendung zu Dokumentations- und auch Präsentationszwecken bin ich stets sehr, sehr dankbar für jedes Objekt, das mir überlassen wird. Es geht hierbei um die Aufarbeitung eines Aspektes deutscher Geschichte, der aus meiner Sicht bislang leider vielerorts zu kurz gekommen ist, aber dennoch einen nicht unbedeutenden Pfeiler deutscher Automobil-Geschichte darstellt.

Und bitte bedenken Sie: Jedes Exponat, das für diese Zwecke übergeben wird, wird zugleich auch für die Nachwelt erhalten!

Sollten sich bei Ihnen diesbezüglich Fragen ergeben, wenden Sie sich bitte jederzeit per eMail an mich. Ich habe für jedes Anliegen ein offenes Ohr und freue mich schon sehr auf Ihre Kontaktaufnahme.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen weiterhin viel Spaß beim Durchstöbern des Projektes "kennzeichenwelt.de - die deutsche Kennzeichen-Geschichte online!".



Christian Hansow im Mai 2009